Zur Beurteilung der visuellen Qualität von Glas für das Bauwesen gibt es Richtlinien vom Bundesinnungsverbands des Glashandwerks, die Sie hier downloaden können.

Kleine Einschlüsse, Blasen, Punkte und Flecken können bei der Produktion einer Glasscheibe leider nicht vermieden werden. Zur Beurteilung des Glases hängt es davon ab, wie viele Einschlüsse etc. vorhanden sind, welche Größe sie haben und in welchem Bereich der Scheibe sie sich befinden.

Richlinien zur visuellen Beurteilung von Glas

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Scheiben beschlagen durch Kondensation. Das passiert immer dann, wenn die Scheibe kälter ist als die Luft, die mit ihr in Kontakt kommt.

Je höher die Lufttemperatur ist, umso mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen. Das nennt man relative Feuchte. Gibt es nun einen Temperaturunterschied an der Glasscheibe, so entsteht eine kleine Luftschicht mit kälterer Temperatur als die Umgebung. Kältere Luft kann aber weniger Feuchte speichern, also kondensiert das Wasser an der Grenzfläche Glas.

Alltägliche Beispiele für Kondensation:

  • Bei Brillenträgern, die in einen warmen Raum kommen, beschlagen die Gläser
  • Ein kaltes Bierglas beschlägt
  • Der kalte Spiegelschrank im Bad beschlägt nach einem warmen Bad

Bei all diesen Beispielen ist jeweils der Temperaturunterschied an der Grenzfläche Glas für die Kondensation verantwortlich.

Bei modernen Fenstern kommt flächiges Kondensat auf der Scheibe nur noch selten vor, beispielsweise bei einer sehr kalten Außentemperatur oder sehr hoher Raumluftfeuchte (oder beides – wie im Badezimmer nach einer sehr heißen Dusche im Winter).

Regelmäßiges Stoßlüften, bei dem die warme Luft ohne Aukühlen des Raums rasch und komplett gegen kalte Luft getauscht wird, ist deswegen in einem Gebäude ohne Lüftungsanlage unbedingt notwendig.

Eher als in der Scheibenmitte kommt es bei modernen Isoliergläsern im Randbereich zu Kondensatbildung. Dies hat mit dem Einfluss von Wärmebrücken zu tun.

Zu Beginn der kalten Jahreszeit ist einer der häufigsten Gründe für eine Fensterreklamation „Schwitzwasser“ am Glasrandbereich eines Fensters, bevorzugt an der unteren Kante.

Durch die Aufzeichnung des Raumklimas sollte zunächst festgestellt werden, ob bei ca. 20 °C Raumtemperatur eine relative Luftfeuchte von 50 % über längere Zeit deutlich überschritten wird. Ist dies der Fall, so ist die Ursache mit hoher Warscheinlichkeit im Nutzerverhalten bzw. mangelhafter Lüftung zu suchen. Oft schafft schon das Beachten einfacher Grundregeln Abhilfe: Regelmäßiges Stoßlüften, übermäßige Feuchteentwicklung vermeiden, Feuchte möglichst dort abführen, wo sie entsteht und vor allem Türen zu weniger beheizten Räumen geschlossen halten, damit sich feuchtwarme Luft dort nicht an den kälteren Oberflächen niederschlägt. Auch die kühleren Räume müssen regelmäßig mit gelüftet werden, damit der Feuchtegehalt ihrer Raumluft nicht zu hoch wird, ansonsten droht im schlimmsten Fall die Bildung von Schimmel. Außerdem sorgt regelmäßiges Lüften für ausreichend Sauerstoffzufuhr und Abtransport von Schad- und Geruchsstoffen.

Bei unsanierten Altbauten ist ein ausreichender Luftwechsel wegen der vielen Undichtigkeiten an Fugen oder Spalten kein Problem, aber Neubauten oder mit modernen Fenstern sanierte Altbauten sind praktisch luftdicht. Hier kann frische Luft nur durch aktives Öffnen der Fenster oder aber druch eine Lüftungsanlage hereinkommen.

Ungünstige bauliche Gegebenheiten wie tiefe Fensterlaibungen mit weit außen sitzenden Fenstern, raumseitig ausladende Fensterbänke, Kommoden oder Einbauten direkt vor Fenstern oder eine schlechte Anordnung von Heizkörpern behindern die Luftzirkulation. Das führt zur Abkühlung eines stehenden Luftpolsters. Auch das kann die Ursache für Tauwassererscheinungen sein. Dasselbe gilt für Fenster, die mit Blumentöpfen zugestellt oder mit Vorhängen und Jalousetten verhangen sind.

Eine erhebliche Absenkung der Oberflächentemperatur kann jedoch auch an Wärmebrücken liegen. Eine solche konstruktive Wärmebrücke bildet der Randverbund von Isolierglas. Der Randverbund, der zwei oder drei Scheiben miteinander verbindet und hermetisch versiegelt, kann nicht so gut dämmen wie der Edelgas-gefüllte Zwischenraum eines Wärmedämm-Isolierglases. In diesem Randverbund sind oft noch herkömmliche Abstandhalter aus stark wärmeleitendem Aluminium verbaut. Diese transportieren die Heizwärme rasch nach draußen. Dadurch kühlt der raumseitige Randbereich der Scheibe viel stärker ab als die Mitte und Tauwasserbildung beginnt zuerst an dieser Stelle. Es ist ratsam, gleich von Anfang an ein besser dämmendes „warme Kante“-Randverbundsystem einzusetzen. Das sorgt für weniger Abkühlung am Rand und reduziert die Tauwassergefahr deutlich.

Nach DIN 4108-2 sind Wärmebrücken mit extrem niedrigen Innenoberflächen-Temperaturen in Gebäuden zu vermeiden, da sie zu Tauwasserniederschlag und Schimmelbildung sowie zu erhöhten Wärmeverlusten führen. An Fenstern sowie an Pfosten-Riegel-Konstuktionen ist Tauwasserbildung jedoch vorübergehend und in kleinen Mengen zulässig, falls die Oberfläche die Feuchtigkeit nicht absorbiert und entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung eines Kontaktes mit angrenzenden empfindlichen Materialien getroffen werden

Sofern keine anderen ungünstigen baulichen Gegebenheiten oder fehlerhaftes Nutzerverhalten vorliegen, ist Tauwasserbildung im Randbereich von Dreifach-Isolierglas mit warmer Kante sehr unwahrscheinlich.

Wer im Winter gut gedämmte Fenster zum Lüften öffnet, kann bei genauer Beobachtung einen vorübergehenden Beschlag auf der Außenseite feststellen – die warme, feuchte Raumluft streicht an der kalten, weil gut gedämmten Außenscheibe entlang. Aufgrund derselben Physik – Abkühlung unter die Taupunkttemperatur – fällt die Feuchtigkeit der Raumluft als Kondensat auf der Außenscheibe aus.

Bei einem schlecht gedämmten Isolierglas geht ständig Wärme nach draußen verloren. Dadurch wird die raumseitige Scheibe deutlich kälter als die Raumluft und die äußere Scheibe wird zwangsläufig erwärmt. Wie im Punkt „Kondensat auf der raumseitigen Oberfläche der Innenscheibe“ beschrieben, liegen die raumseitigen Oberflächen von gut isoliertem Zweifach- oder Dreifach-Isoliergläsern nahe bei der Raumtemperatur. Allerdings mit der Folge, dass die Außenscheibe auch nahe an der Temperatur der Außenluft liegt. Das ist eine zur Energieeinsparung ja geradezu erwünschte Qualitätseigenschaft des Isolierglas

Kommt es durch Wärmeabstrahlung an den klaren Nachthimmel zur Abkühlung der Außenscheibe unter die Temperatur der Außenluft, passiert dasselbe wie bei einem im Freien abgestellten Auto.

Wird die Taupunkttemperatur der Außenluft unterschritten, fällt Kondensat aus. Eine feuchte Umgebung, z. B. in der Nähe von Gewässern, verstärkt das Problem. In Extremfällen kann das Kondensat auf der Fensteraußenseite sogar anfrieren. Schräg eingebaute Dachflächenfenster sind von dem Effekt stärker betroffen – ähnlich wie beim Pkw Front- und Heckscheibe. Der Effekt lässt sich nur dadurch lindern, dass ein Abstrahlen der Scheibe an den Nachthimmel verhindert wird – durch Außenverschattung mit Fensterläden oder durch eine Außenbeschichtung zur Reduzierung des Abstrahlvermögens. Die Wärmedämmung der Glasscheibe wieder zu verschlechtern kann keine sinnvolle Lösung sein.

Tauwasser an der Außenseite ist ein Qualitätsbeweis für die gute Wärmedämmung des Isolierglas.

Tritt Kondensat im Scheibenzwischenraum auf, ist das Isolierglas beschädigt und muss ausgetauscht werden. Von Reparaturversuchen ist abzusehen. Passiert das schon innerhalb von ein bis zwei Jahren nach dem Einbau einer neuen Scheibe, so liegt entweder ein Fertigungsfehler vor oder der Randverbund ist wegen Nichtbeachtung der Verglasungsrichtlinien undicht geworden.

Trocknungshilfsmittel, welches bei der Herstellung von Isolierglas in den Abstandhalter gefüllt wird, trochnet den Scheibenzwischenraum sehr stark, die Taupunkttemperatur muss tiefer als –60 °C liegen. Dringt durch beschädigten Randverbund Wasserdampf ein, steigt die Luftfeuchte und damit die Taupunkttemperatur. Wird sie an der Glasinnenseite unterschritten, bildet sich dort Tauwasser.

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